Warten, tun

Liebe Freund:innen,

immer noch warten wir vergebens auf friedliche Neuigkeiten aus der Ukraine. Das Bomben und die Kämpfe müssen als erstes sofort beendet werden, alle Kampfhandlungen müssen eingestellt werden. DIE WAFFEN NIEDER!
Bei aller Kritik am russischen Überfall ist dies kein Grund für westlichen Chauvinismus; die russischen Menschen sind nicht unsere Feinde, die geplante deutsche Aufrüstung ist genau das Gegenteil von Friedensförderung. Wie jeder Krieg trifft auch dieser wieder besonders die Armen und Schwachen. Hunderttausende sind darüber hinaus auf der Flucht und brauchen unsere Unterstützung.
Unsere Solidarität gilt auch den überlebenden hochbetagten Verfolgten und Opfern der NS-Herrschaft in der Ukraine. Wir schließen uns dem von KONTAKTE-KOHTAKTbI initiierten Hilfsaufruf an. Wir trauern um Boris Romantschenko, Überlebender der KZ Buchenwald, Peenemünde, Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen, der am 18. März 2022 in seinem Wohnhaus in Charkiw bei einem russischen Bombenangriff ums Leben kam.

Eure Berliner VVN-BdA

Ω Ω Ω

Wir sind die letzte Generation mit Hoffnungen gewesen. Wir hatten die große Hoffnung, daß eine menschlichere Gesell­schaft auf der ganzen Welt möglich ist. Ob diese Hoffnung nun berechtigt war oder nicht und ob unser Beitrag der richtige gewesen ist, bleibe mal dahingestellt. Doch diese Hoffnung kann heute niemand mehr haben, der bei klarem Verstand ist und sich auch nur einen Tag lang die Nachrichten anhört.…Es sieht rabenschwarz aus.

Ich meine allerdings: Ob man nun noch einen Hoffnungsschimmer sieht oder nicht, man sollte auf jeden Fall etwas tun. Die Hoffnung auf den Fünfjahresplan, die gibt es nicht mehr. Aber Herrschaft zu bekämpfen, dort wo sie ungerecht oder unerträglich wird, für eine solidarische, menschlichere Welt ein­treten, das solltest du zumindest in deiner näheren Umgebung versuchen. Sonst bist du auf jeden Fall verloren.

—Bommi Baumann, 1991 introduction to Wie alles anfing, (Berlin: Rotbuch Verlag GmbH, 2007), 7-8.

Bookmark the permalink.